Die neue Zeit

Die ehemaligen Untergrundmagier

Während der Herrschaft der Lavque in Sicaue war jenen, die nicht der Magierkaste angehört hatten, das Zaubern völlig verboten gewesen, Magier, die den niederen Nifa der Kaste angehört hatten, waren auf bestimmte Zauber eingeschränkt gewesen.

Verbote allerdings bedeuten selten, dass sich jeder uneingeschränkt daran hält, daher gab es im Inselreich Sicaue auch illegale Hexen sowie Magier, die sich nicht an die Einschränkungen ihrer Nifa hielten. Nicht wenige dieser Untergrundmagier arbeiteten zusammen, um missliebige Personen vor dem Ertrinken zu retten oder anderweitig etwas gegen die Diktatoren zu unternehmen.

Viele dieser Untergrundmagier, der Titel für sie lautet Kima, waren nach dem Vatersturz am Aufbau der neuen Staaten zentral beteiligt.

Das alte Mirell

Dieser 7195 gegründete Staat umfasste zu Anfang drei frühere sicauische Provinzen, darunter die namensgebende Provinz Mirell. Die Herrschaft des Herrn des Varisa war religiös legitimiert, Mirell somit eine Theokratie. Der erste Herr des Varisa, Kima Satu Landravada, war ein ehemaliger Untergrundmagier und betrachtete, wie die meisten anderen Gläubigen der mirellischen Dinantaiza auch, den Vatersturz als göttliche Strafe an den Lavque.

Dilnaya

Dieser Staat wurde 7198 als ein Bund aus Städten entlang der Dilno und deren linker Zuflüsse gegründet, jedoch bereits 7262 in ein Kaiserreich umgewandelt. Das Kaiserreich expandierte etwas aggressiver als zuvor der Stadtbund und ging auch deutlicher gegen die Grenzverschiebungsversuche von keirukinischer Seite vor.

Keirukin

Von Kima Dareni Dimassa und zwei ehemaligen Mitgliedern der Kriegerkaste als Dreikönigreich gegründet umfasste Keirukin das nach dem Vatersturz austrocknende liravische Becken. Die größten Probleme des Landes waren die Nahrungsversorgung und die Bewässerung. Häufig versuchte Keirukin, die Grenze zu Dilnaya weiter nach Osten zu verschieben, um an mehr fruchtbares Land oder gar Quellgebiete zu gelangen. Dilnaya allerdings verteidigte sich dagegen verständlicherweise nach Kräften.

Das neue Stammesreich

Viele Sippen in der Wüste Imarai hatten die Herrschaft der Lavque als stabilen Sippenverbund überstanden. In Erinnerung an das verklärte alte Stammesreich wurde 7204 das neue Stammesreich gegründet. Als Staatsoberhaupt wurde von der absoluten Mehrheit aller Bürger Kima Idre Dui Pamils, eine ehemalige Untergrundmagierin, gewählt. Zu ihren Lebzeiten herrschte Frieden zwischen den Stämmen, später fanden etliche innere und äußere Grenzkonflikte statt.

Der Vatersturz hatte, wenngleich verzögert, auch in der Wüste Imarai Auswirkungen, da sich die Grundwasserflüsse massiv veränderten. Bisher fruchtbare Hänge brachten nun Missernten und 7363 blieb den westlichen Stämmen des Stammesreiches nichts anderes übrig, als Mirell einen Landstrich abzutreten, im Gegenzug erhielten die Stämme Nahrungsmittel für mehrere Jahre. Die östlichen Stämme entschlossen sich gegensätzlich dazu, einen fruchtbaren Landstrich von den südöstlichen Kleinstaaten zu erobern und dessen Bewohner zu vertreiben. Es dauerte einige Zeit, bis die Bewässerung der Hänge wieder für gute Ernten ausreichte.

Saplay

Dieser Staat wurde von Kima Sirdal Kir Nianni als neue Blüte der alten Sepula-Reiche gegründet und sie beherrschte ihn als Kaiserin. Saplay bot eine Grundsicherung, Minderheitenschutz und große politische und persönliche Freiheiten, die Infrastruktur war deutlich fortschrittlicher als in allen anderen Ländern der Insel dieser Zeit. Das Verhältnis Saplays zu seinen Nachbarn war sehr gut, das blieb auch unter der Herrschaft von Kaiserin Sirdals Tochter, Enkelin und Urenkelin so.

Das führte dazu, dass sich nach und nach immer mehr benachbarte Kleinstaaten dem Kaiserinreich Saplay anschlossen. Auch Flüchtlinge aus diversen Konfliktregionen überall auf der Insel kamen gerne nach Saplay und waren dort auch willkommen.

Nendalas

Das Fürstentum Nendalas wurde 7280 im Umland des Sees Ivene und den Hügellanden südlich davon gegründet. Die nendalischen Fürsten und die Adeligen der einzelnen nendalischen Grafschaften hegten eine herzliche Abneigung gegen den Theokraten und die Priesteraristokratie in Mirell. Dies führte zu unzähligen Intrigen zwischen den Adelshäusern und Adelsorden der beiden Staaten, allerdings fanden keine offenen Feindseligkeiten statt.

Im Laufe der Zeit schlossen sich mehrere Grafschaften im äußersten Westen der Insel friedlich an Nendalas an, einige zentral auf der Insel gelegene Kleinstaaten wurden militärisch erobert.

Das trinallische Bündnis und der Bundesstaat Trinall

Fürst und Herr des Varisa beschlossen 7604, keineswegs ohne Widerstand aus Reihen des Adels und der Priesteraristokratie, das trinallische Bündnis zu gründen. Einige benachbarte Kleinstaaten ergriffen die Gelegenheit, sich dem Bündnis ebenfalls anzuschließen, um sich vor Eroberungsversuchen sowohl von nun verbündeten als auch von weiterhin außenstehenden Staaten zu schützen.
Ein nicht unähnliches Bündnis, Agnai-Ne, entstand im südlichen Vatergebirge, es sollte allerdings nie große Bedeutung erlangen.

Die Staatsreligion in Mirell ließ sich im Bündnis auf Dauer nicht durchhalten, der Herr des Varisa musste unwillig die Religionsfreiheit gestatten, öffentliche Ausübung einer anderen als der Staatsreligion wurde allerdings nur Ausländern erlaubt.

In Nendalas wurde, ebenfalls zum Unwillen des Fürsten, die Grenze zwischen dem Adel und der Bürgerschaft aufgeweicht. Die geringen Aufstiegsmöglichkeiten für Bürger hatten sich im Zuge mehrerer Einwanderungswellen aus Mirell, das in dieser Hinsicht seit jeher weit offener gewesen war, genauso wenig durchhalten lassen wie die Religionspflicht in Mirell.

Die Theokratie in Mirell wurde unaufhaltbar säkularisiert, bis 7774 nach dem Tod des letzten Herrn des Varisa von der Priesteraristokratie kein neuer Herr des Varisa mehr gewählt wurde. Stattdessen wurde ein aus Bürgern und Priesteraristokraten zusammengesetztes Parlament gebildet und das trinallische Bündnis in den echten Bundesstaat Trinall umgewandelt.

Im nendalischen Teil des Bundesstaates herrschte nominell weiter ein Fürst, er war allerdings auf die Bestätigung aller seiner Gesetze durch den Rat der nendalischen Grafen angewiesen.

Liravien und seine Splitterstaaten und Mischann-ato

Nachdem bereits 7611 der vom Minderheitenvolk der Demer dominierte Kleinstaat Demera im Süden von Keirukin abgebrochen war, führte eine Welle von weiteren Unabhängigkeiten schnell zum Zusammenbruch der keirukinischen Regierung. 7616 wurde Igeram im Nordosten unabhängig, 7619 Melrain im Nordwesten. 7621 dankten die drei Könige zugunsten ihrer jeweiligen Nachfolger ab, jene gründeten dann den neuen Staat Liravien. Die Hoffnung, dass Zugeständnisse die Kleinstaaten wieder zum Mutterstaat zurückbringen könnten, erfüllte sich nicht. Eine militärische Vorgehensweise wurde erwogen, zunächst aber beiseite gelegt. Einzig im noch Liravien zugehörigen Norden verhindert eine starke militärische Präsenz die Unabhängigkeit einer weiteren durch Minderheiten dominierten Region.

Erst 7797 führte Liravien einen großangelegten Schlag gegen Melrain und verleibte sich den seit fast zwei Jahrhunderten abtrünnigen Staat wieder ein. Während Melrain nach so langer Zeit keinen Angriff mehr erwartet hatte, war das Militär in Demera nach wie vor vorbereitet und schlug die liravischen Attacken zunächst erfolgreich zurück, bis es 7876 schlussendlich doch noch erobert wurde.
Igeram existierte bereits nicht mehr, es hatte sich 7732 Kalari-Dilnaya angeschlossen und war damit vor liravischen Angriffen lange Zeit recht sicher.

Über mehr als hundert Jahre war Liravien dann ein im Grunde stabiler Staat, auch wenn einige Minderheiten nach wie vor lieber unabhängig gewesen wären. Der Bruch wurde schließlich durch den Einfluss aus Kalarien ausgewiesener Adelsfamilien ausgelöst, die einen der drei Könige gegen die anderen beiden unterstützten und somit 7822 den Dreihäuserkrieg verursachten. Der siegreiche König stellte sich als einzelner Fürst an die Spitze des liravischen Staates, schuldete den Adelsfamilien dafür allerdings einen Gefallen, den sie 130 Jahre später einlösten: Es folgte der Liravisch-Kalarische Krieg von 7948 bis 7951, bei dem das Igeram-Gebiet wieder an Liravien fiel.

Während Kalarien zwar Gebiet verlor, war Liravien alles andere als überlegen und viele Fürsten fürchteten einen von Kalarien ausgehenden zweiten Krieg. Daher wurde 8267 ein Liravisch-Kalarischer Nichtangriffspakt unterzeichnet.

Mit diesem Pakt war dem Minderheitenvolk der Mischann klar, dass die Option, sich an Kalarien anzuschließen, nicht mehr existierte. Die zuvor in dieser Frage zerstrittenen Separatisten zogen nun am selben Strang und gründeten nach jahrelangen Protesten, illegaler Selbstverwaltung und harten Kämpfen mit dem liravischen Militär den neuen Staat Mischann-ato.

Während Mischann-ato 8292 nach etlichen Jahren faktischer Selbstherrschaft der Mischann gegründet wurde und bereits ein Jahr später von den übrigen Staaten anerkannt wurde, ging Liravien diesen Schritt erst 8314.

Der Priesterputsch und Tuibe

Im sehr toleranten Saplay kommt es 7628 zu einer regionalen Machtübernahme durch eine extreme religiöse Gruppierung, der theokratische Staat Tuibe wird gegründet. Das militärisch überlegene Saplay folgt dem bisherigen friedlichen Weg und erkennt den jungen Staat an, weniger gelassenen sehen die kleinen südlichen Nachbarn die Situation und schließen sich zum Ostbund zusammen.

Weder Saplay noch der Ostbund bestehen gegen die tuibischen Expansionsbestrebungen, verlieren zunächst Gebiet, fallen aber schlussendlich ganz.

7800 wird die saplayanische Hauptstadt eingenommen und die saplayanische Kaiserin hingerichtet, 7841 erobert Tuibe die verbissen verteidigten letzten Stellungen des Ostbundes im kargen Gebirge.

Die Theokratie besteht nicht in der anfänglichen Art weiter. Als unter anderem die ohnehin fast inexistente Religionsfreiheit noch weiter eingeschränkt werden sollte, kam es zu Aufständen, der König wurde vom ehemaligen saplayanischen Adelsrat und seiner eigenen Familie abgesetzt, seine Nachfolger lockern die Regeln ab 7809 deutlich. Als ein letzter Expansionsversuch ins Stammesreich zu einem verlorenen Krieg führte, wurde der König ermordet, mit seinen Nachfolgern wurde das Hohepriester-Amt vom Königs-Amt gelöst, somit war Tuibe keine Theokratie mehr.

8190 und 8224 wandert jeweils ein Stamm ins Staatsgebiet von Tuibe ein, beide Male erhielten die Flüchtlinge ein Stammesgebiet zugewiesen, und beide Male brachten die Stämme den Rest ihres ursprünglichen Stammesgebiets im Stammesreich mit, was Tuibe deutlich vergrößerte. Die wenigen weiteren Grenzverschiebungen geschahen friedlich.

Dilnaya und Kalarien

7702 kam es in Dilnaya zu einer Aufspaltung des Landes. Der Nordteil erklärte sich als Kalari-Dilnaya für unabhängig, regiert wurde dieser junge Staat zunächst von einem Adelsrat. Das weiterhin kaiserliche Dilnaya ergänzte den Staatsnamen zu Seliar-Dilnaya.Während Seliar-Dilnaya politisch stabil war, wurde in Kalari-Dilnaya, auch durch Einfluss der ehemaligen liravischen Minderheiten aus dem 7732 angeschlossenen Igeram-Gebiet, bereits 7750 der Adelsrat gestürzt und ein Parlament gewählt. Der Name des Staates wurde vom monarchisch klingenden Anhängsel Dilnaya befreit und lautete von da an Kalarien, unwillige Adelsfamilien wurden ausgewiesen. Seliar-Dilnaya nahm die Gelegenheit wahr, seinen Staatsnamen auf Dilnaya zu verkürzen.

Das Verhältnis zwischen Dilnaya und Kalarien war über viele Jahrhunderte sehr durchwachsen. Während Kalarien zunächst große Probleme mit Liravien hatte, begrenzten sich die Feindseligkeiten nach dem Liravisch-Kalarischen Nichtangriffspakt 8267 auf Kalarien und Dilnaya.

Während Kalarien langsam aber stetig Land dazugewann, schrumpfte Dilnaya, bis es schließlich nur mehr aus der Hauptstadt Seliaris und deren unmittelbarem Umland bestand und die Feindseligkeiten gegen den übermächtigen Gegner einstellte.Die beiden Staaten wurden 8342 de facto vereinigt. Der Kaiser trat die Regierungsmacht an das kalarische Parlament ab, dem als Sondermitglieder nun auch Dilnayater angehören.

Das neue Mirell und Varisaland

Als der Bundesstaat Trinall 7898 friedlich wieder in zwei Staaten auseinanderbrach, war einer davon das neue Mirell. Dieser Staat wurde, wie das ursprüngliche Mirell zuvor, von einem Theokraten, dem Herrn des Varisa, beherrscht, allerdings ließ sich das nicht auf Dauer durchhalten. 8142 wurde daher die Staatsreligion abgeschafft, ein gewählter Rat eingeführt und der Name des Staates in Varisaland geändert.

Kevalon und Valeka

Der zweite Staat, der beim Zusammenbruch des Bundesstaat Trinall 7898 entstand war das Königreich Kevalon, das sich nicht auf einen älteren Staat zurückführte. Beherrscht wurde das Reich vom kevalonischen König, dem Herzog von Vaniar der Küste, gegliedert war es in 3 Herzogtümer und 8 Grafschaften.
Die Grafschaft Valeka im Osten erheiratete sich über mehr als hundert Jahre hinweg die angrenzenden Grafschaften und machte sich schließlich 8054 von Kevalon unabhängig.

Bereits 8071 eroberte Valeka auch die letzten kevalonischen Gebiete und der valekische Graf krönte sich zum ersten valekischen König.

Der valekische Bürgerkrieg

8244 eroberte der Bürgerliche Kidan Tammiád den königlichen Palast in Kassobri, setzte den König fest und erhob sich selbst zum Kaiser. Königstreue Truppen und Bürger stellten sich gegen Kidans Truppen, nach Kidans militärischem Sieg in den großen Städten führten die Königstreuen den Kampf in den ländlicheren Provinzen weiter. Aus königlicher Sicht war in dieser Zeit Kadda beim Berg in den Hügellanden die Hauptstadt von Valeka, aus kaiserlicher und somit auch moderner Sicht war natürlich die Kaiserstadt die Hauptstadt.
Der Bürgerkrieg endete 8260 mit der Kapitulation der Königstreuen.

Neueste Entwicklungen

Mit der Gründung Mischann-atos im Jahre 8292 bestanden alle modernen Staaten der Insel.

Kurzzeitig gab es Differenzen zwischen Liravien und Valeka, da der valekische Kaisertitel an ein Adoptivkind weitergegeben wurde und der liravische Zweig der Kaiserfamilie sich im Vorrecht sah. Erst nach zwei Generationen gab Liravien den Anspruch auf, auch, da der dann aktuelle Prätendent nicht mehr zum inneren Kreis der liravischen Fürsten zählte.

Gewisse innere Probleme gab es in Tuibe, da die Priesterschaft versuchte, die Staatsreligion wieder zu forcieren. Im Zuge dieser Konflikte wurde allerdings die Religionsfreiheit deutlich ausgeweitet.

Von 8499 bis 8501 stand Valeka unter der Fremdherrschaft des Fürsten der Neltane Miga Selcai. Nach seinem Bann in Kristall wurden alle eroberten Staaten wieder im vorigen Zustand unabhängig, die valekische Krone ging an den damals noch minderjährigen Sohn des 8499 getöteten Kaisers Velan, den aktuellen Kaiser Suriu.

Zeittafel

Zeitleiste der neuen Zeit
Zuletzt geändert am 16.5.2023 12:17
Valid XHTML 1.1 Valid CSS!